Hansgrohe geht neue Wege im Umweltschutz

Pilotprojekt mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg zur PFT-Reduzierung

 

Verchromte Handbrausen sehen im Badezimmer schön aus und sind am Markt gefragt. Die robuste Oberfläche hat neben der guten Optik einen weiteren Vorteil: Sie schützt die empfindliche Kunststoffbrause, die dadurch besonders langlebig ist – das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

 

Beim Herstellen dieser nützlichen Oberflächen kommen Chemikalien zum Einsatz, unter anderem so genannte Perfluorierte Tenside (PFT). Sie übernehmen im Produktionsprozess die gleiche Rolle wie Tenside im Spülmittel zu Hause: Sie verringern die Oberflächenspannung von Wasser. PFTs verbessern die Qualität einer galvaniierten Oberfläche erheblich, mit ihrer Hilfe wird die Chromschicht gleichmäßig und stabil aufgebaut. Aufgrund dieser Vorteile setzen Industrieunternehmen – nicht nur in der Sanitärindustrie – regelmäßig Perfluorierte Tenside beim Verchromen von Oberflächen ein. Außerdem leisten diese Tenside einen wichtigen Beitrag zum Arbeitsschutz. Denn sie verhindern, dass bestimmte Chemikalien in die Luft der Produktionshalle entweichen können.

 

Stand der Technik weiterentwickeln

Bereits seit Frühjahr 2007 beschäftigt sich die Hansgrohe AG (www.hansgrohe.com intensiv mit dem Thema Perfluorierte Tenside und deren Reduzierung im Produktionsprozess. „Nachdem 2007 an unserem Stammsitz in Schiltach erhöhte PFT-Werte im Klärschlamm gemessen wurden“, erläutert Dieter Hauser, Umweltbeauftragter des Unternehmens, „haben wir unsere Anstrengungen weiter verstärkt.“ Daraus entstand inzwischen ein vom Umweltministerium des Landes gefördertes Pilotprojekt mit dem anspruchsvollen Ziel, PFT aus Industrieabwässern auf ein Minimum zu reduzieren. „Mit dem Umweltministerium“, so Dieter Hauser, „haben wir einen wichtigen Unterstützer und mit der Fachhochschule Offenburg einen kompetenten Projektpartner gewonnen.“ In Zusammenarbeit mit den Offenburger Wissenschaftlern entwickelt das Schiltacher Unternehmen ein neues Verfahren zur Reduzierung von PFT aus Abwässern von Galvanikanlagen. Die Erkenntnisse und Methodik werden nach Abschluss der Arbeiten Betreibern vergleichbarer Anlagen zur Verfügung gestellt. Das Projekt soll bis Anfang 2009 abgeschlossen werden.

 

Großversuch gestartet

Dazu hat im Rahmen des Forschungsvorhabens eine Arbeitsgruppe aus Technik- und Umweltfachleuten der Hansgrohe AG zunächst die Möglichkeiten zum Einsatz von Ersatzstoffen für Perfluorierte Tenside geprüft. „Da deren Umweltwirkungen aber noch nicht ausreichend erforscht sind“, so Dieter Hauser, „haben wir uns entschlossen, einen anderen Weg zu gehen.“ In Abstimmung mit dem Umweltministerium und dem Regierungspräsidium in Freiburg hat der Sanitärspezialist in den vergangenen Monaten in verschiedenen Labor- und Anlagenversuchen in seinen Werken in Schiltach und Offenburg mehrere Verfahren getestet, um PFTs aus dem Abwasser zu eliminieren. Den größten Erfolg hat dabei eine spezielle Filtermethode erzielt, die mehr als 90 Prozent der PFT-Last im Abwasser entfernt hat.

 

Seit Mitte Juni unterzieht der Armaturen- und Brausenhersteller aus dem Schwarzwald dieses Verfahren in einer eigens entwickelten Anlage einem Langzeittest unter großtechnischen Maßstäben, der bis Ende des Jahres andauern wird. Bei erfolgreichem Abschluss wird der Sanitärspezialist seine bestehenden Galvanikanlagen komplett auf das neue Verfahren umstellen. „Wir sind sehr zuversichtlich“, erklärten Dieter Hauser und Hansgrohe Chefchemiker Dr. Andreas Fath, „dass wir durch diese innovative Methode den PFT-Gehalt deutlich reduzieren können und damit die galvanische Oberflächenbehandlung technologisch weiterentwickeln werden. In Absprache mit dem Umweltministerium werden wir dieses Know-how auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen. So profitiert die gesamte deutsche Industrie, vor allem natürlich aber auch die Umwelt.“

 

Als umweltbewusstes Unternehmen, das für sein ökologisches Engagement unter anderem mit dem Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde, ist die Hansgrohe AG bestrebt, solch ökologisch sensible Themen frühzeitig und konsequent anzugehen. Schon seit vielen Jahren optimiert das Unternehmen nicht nur Produktionsanlagen und Haustechnik unter dem Blickwinkel des Umweltschutzes. Das Unternehmen kümmert sich auch um ökologische Fragen der Produktentwicklung, um schlüssige Konzepte für pendelnde Mitarbeiter im öffentlichen Personennahverkehr und vieles mehr. Eine Übersicht der vielfältigen Aktivitäten liefert der Hansgrohe Nachhaltigkeitsbericht – nachzulesen unter: www.hansgrohe.com/nachhaltigkeit.


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