Wappen des Landkreises Rottweil

Naturschutzrechtliche Bekanntmachung

I.

Zum allgemeinen Schutz von Pflanzen und Tieren ist es verboten,

· wildwachsende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu schädigen (Handsträuße sind erlaubt, soweit es sich nicht um besonders geschützte Pflanzen handelt),

· wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten,

· Lebensstätten wild lebender Tier- und Pflanzenarten ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören,

· die Vegetation auf Wiesen, Feldrainen, ungenutztem Gelände, an Hecken, Hängen oder Böschungen sowie Hecken, lebende Zäune, Bäume, Gebüsche, Schilf- und Röhrichtbestände abzubrennen oder

· Gräben, die ständig Wasser führen, unter Einsatz von Grabenfräsen zu räumen.

II.

In der Zeit vom 01. März bis 30. September ist es unbeschadet weitergehender Rechtsvorschriften verboten,

· Hecken, lebende Zäune, Bäume, Gebüsche, Schilf- und Röhrichtbestände zu fällen, zu roden oder auf andere Weise zu zerstören, abzuschneiden oder erheblich zu beeinträchtigen,

· Bäume mit Horsten oder Wohnhöhlen zu besteigen.

III.

Unter den besonderen Schutz der Bundesartenschutzverordnung fallen insbesondere auch nachstehend aufgeführte wildwachsende Pflanzenarten (die Aufzählung ist nicht abschließend). Diese besonders geschützten Arten oder deren Teile dürfen weder ausgegraben, abgepflückt noch auf eine andere Weise beschädigt werden:

Frühlings-Adonisröschen, Akeleien, Alpenrose, Zwerg-Alpenrose, Alpenveilchen, Bärlappgewächse, Brachsenkraut, Blausterne, Diptam, Alpen-Edelweiß, Eibe, Eisenhut, Enziangewächse, Zottige Fahnenwicke, Pfriemgras/Federgräser, Fieberklee, Gelber und Großblütiger Fingerhut, Astlose und Ästige Graslilien, Grasnelken, Hauswurze, Fransenhauswurze (Donarsbart), Sumpf-Johanniskraut, Gewöhnliches Katzenpfötchen, Königsfarn, Küchenschellen, Krokus, Kegelblumen, Läusekraut, Leberblümchen, Lein (mit Ausnahme von Purgier-Lein), Lilien, Löffelkraut, Mannsschild, Märzenbecher (Knotenblume), Moor-Binse, Efeu-Moorglöckchen, Moosglöckchen, Narzissen, Nelken, Christrose/Nieswurz, Orchideen, Schachblumen, Bittere Schafgarbe, Schildfarn, Schlüsselblume, Schneeglöckchen, Schwertlilien, Seerosengewächse, Seidelbaste, Siegwurze, Ausdauerndes Silberblatt, Silberdistel, Sonnentaue, Stechpalme, Gesporntes Veilchen, Steinbrech, (mit Ausnahme von Finger-Steinbrech), Taubenhyazinthen, Trollblume, Tulpen, Wilde Weinrebe, Einfache Wiesenraute, Großes und Narzissen-Windröschen (Berghähnlein), Berg-Wohlverleih (Arnika), Wimpernfarne, Wolfsmilch.

IV.

Gemäß § 42 Abs.1 Nr.1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es verboten,
1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
2. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,
3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
4. wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören.

Die nach Landesrecht zuständige Behörde können nach § 43 Abs. 8 BNatSchG Ausnahmen zulassen, wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind und sich der Erhaltungszustand der Populationen einer Art nicht verschlechtert, soweit nicht Artikel 16 Abs. 1 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. März 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie) weitergehende Anforderungen enthält.

V.

Verstöße gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen werden als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße bis zu 50.000,00 Euro geahndet. Zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten empfiehlt es sich, in Zweifelsfällen mit dem Landratsamt Rottweil, Untere Naturschutzbehörde, und den Naturschutzbeauftragten oder den Naturschutzwarten Rücksprache zu nehmen.

Diese Stellen stehen Ihnen für Auskünfte gerne zur Verfügung.

LANDRATSAMT ROTTWEIL Rottweil, 10.03.2008
-Untere Naturschutzbehörde-

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