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Ein Autokran setzte das Schaufloß

Die Schiltacher Flößergruppe hat im Einvernehmen mit Stadt und Gemeinderat in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden ein Schau-Floß gebaut. Jetzt wurden die Arbeiten zu Ende gebracht und unmittelbar danach, am Freitagnachmittag, wurden die drei Gestöre des Floßes vom Floßschuppen an der Kinzig, dem Entstehungsort, hin zum Schüttesägemuseum, dem künftigen Standort, gefahren. Ein Autokran mit 25 Tonnen Tragfähigkeit stand bereit und hievte die Gestöre vom Transporter hinunter auf die dort befindlichen Betonstützen mit der eigens hergestellten Stahlkonstruktion zur Arretierung des Floßes.

Das Schaufloß

Viele Schaulustige verfolgten dieses spannende und interessante Spektakel. Unter den Flößern sind Experten, die hier hervorragende Facharbeit leisteten. Der Standort ist übrigens ein interessanter historischer Ort. Hier war einst die Kirchensäge und der Kirchenweiher. In der Lebensgeschichte des bekannten Schiltacher Flößers Adolf Christoph Trautwein ist zu lesen, dass sein Großvater, ebenfalls ein Flößer, im hohen Alter noch flößte und mit 82 Jahren im Jahre 1836 an einem Herzschlag verstarb, als er gerade dabei war im angestauten Kirchenweiher das Ruder am so genannten „Vorholz“ eines Floßes zu richten.

Das Schau-Floß, ein original- und maßstabgetreuer Nachbau nach einer authentischen Zeichnung des Gutacher Malers Hasemann, vermittelt einen fachgerechten Einblick in den Aufbau und die Struktur der Floße, wie sie einst auf der Kinzig gefahren sind. Das vorderste Gestör ist das so genannte „Vorplätz“ zur Steuerung, das hintere Gestör verfügt über eine so genannte „Sperre“ zum Bremsen, verschiedene „Aufbauhölzer“ sind vorhanden, und zu erkennen ist die Verbindungstechnik mit so genannten „Wieden“, die im eigenen Wiedofen hergestellt werden. Insgesamt wurden rund zwanzig Festmeter Douglasienholz aus dem Stadtwald verwendet. Diese Holzart gewährleistet eine längere Haltbarkeit. Das Schau-Floß kann künftig von der „Oberen Bahnhofsbrücke“ und von der vorbeiführenden Hauptstraße eingesehen werden. Das fließende Kanalwasser, das aus der Schüttesäge heraus unter dem Floß hindurchfließt, verstärkt den realistischen Eindruck. Zur besseren Draufsicht ist das Floß nach vorne geneigt.

Dieses Floß ist eine weitere Schiltacher Attraktion an markantem Stadteingangs-Platz und zugleich eine wichtige museale Darstellung der einst für Schiltach und seine Bürger so wichtigen Flößerei. Regie bei der Schau-Floß-Aktion führte der Obmann der Schiltacher Flößergruppe, Thomas Kipp, seines Zeichens zugleich Lehengerichter Ortsvorsteher und Schiltacher Stadtrat, tatkräftig unterstützt von seinen Flößer-Kollegen.

Text und Foto: Rombach

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