Kleintierzuchtverein Schiltach und Umgebung feiert seinen 75. Geburtstag

Der Kleintierzuchtverein C 171 Schiltach und Umgebung wurde vor 75 Jahren gegründet. Mitglieder, Gäste und Bevölkerung feiern dieses Ereignis am Samstag, 15. September, mit einem Jubiläums-Festabend in der Gemeindehalle in Vorderlehengericht. Beginn ist um 19 Uhr, Hallenöffnung ist um 18.30 Uhr. Für ein Abendessen und die Bewirtung sorgt der Jubelverein. Das Festprogramm sieht überdies Festansprachen, die Verlesung der Vereinschronik, Ehrungen und Sketche vor. Alleinunterhalter „Erich“ übernimmt die musikalische Gestaltung.

Am Wochenende 1. und 2. Dezember schließt sich ebenfalls in der Gemeindehalle in Vorderlehengericht eine große Jubiläums-Ausstellung an. Mit vielen farbenprächtigen Tieren wie Geflügel, Enten, Tauben und Kaninchen wollen die Kleintierzüchter hier ihr schönes Hobby vorstellen. Auch hierzu ist die Bevölkerung schon jetzt eingeladen.

Dieser 75. Vereinsgeburtstag ist Anlass, in den Annalen zu blättern. Der Kleintierzuchtverein Schiltach und Umgebung, so erfahren wir dort, wurde am 7. Juli 1932 im Gasthaus „Schwobekarle“ von sieben Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Adolf Storz wählten sie zum Vorsitzenden. Der neue Verein wurde dem Kreisverband Offenburg der Kleintierzüchter und dem Landesverband Baden zugeordnet. Sinn und Zweck des Vereins sind bis heute die Förderung der Kleintierzucht und die Pflege der Kameradschaft. Der Verein wuchs stetig, Ende 1932 waren es schon 18 Mitglieder. Die erste Lokalschau fand 1934 im „Rössle“ statt, die Ausstellungskäfige wurden zunächst in Hausach geliehen und später gekauft. Auf größeren Schauen verbuchten die Schiltacher Züchter gute Anfangserfolge. Auf der Reichsschau in Leipzig waren Schiltacher mit ihren Tieren erfolgreich vertreten. Inzwischen hatte Fritz Wolber das Vorsitzendenamt inne. In der schwierigen Kriegszeit hatten die Züchterfrauen die Hauptlast zu tragen, da die meisten Männer im Kriegseinsatz waren. Bei Kriegsende wurde der Verein durch die Besatzungsmacht aufgelöst.

Nach Auflösung folgte Wiedergründung

Am 30. Juni 1946 erfolgte unter der Regie des einstigen Gründungsmitgliedes Christian Wolber die Wiedergründung des Kleintierzuchtvereins Schiltach und Umgebung. Die Mitgliederzahl stieg auf über hundert beitragszahlende Personen. Dies war zugleich ein Indiz für den hohen Stellenwert, den die Kleintierzucht zur damaligen Zeit hatte. In der Folgezeit realisierte der Verein wichtige Vorhaben. Ein Bienenstand wurde gekauft und für Vereinszwecke umgebaut, ein Osterhasensuchen für Kinder wurde eingeführt, erstmals 1952 richteten die Schiltacher eine Kreisschau aus, fünf Jahre später war das 25-jährige Vereinsjubiläum fällig. Ein Sommerfest beim damaligen Strandbad ist in guter Erinnerung, 1965 fand ein großes Züchtertreffen statt, und Ende der Sechziger Jahre bauten die Züchter in viel Eigenarbeit an der Kesslerhalde ihr Vereinsheim auf, das heute noch besteht. Eine Jugendgruppe bildete sich, weitere Kreisschauen, getrennt nach Kaninchen und Geflügel, gesellten sich dazu, und das vierzigjährige Bestehen fand seine Würdigung.
1980 ging das Vorsitzendenamt vom langjährigen Vorsitzenden Christian Wolber über an Josef Armbruster. In seiner Amtszeit wurde das „Fünfzigjährige“ in größerem Rahmen gefeiert, 1989/90 fand die Lokalschau wegen der RHD-Tierseuche ohne Besucher statt, seit 1991 ist der Kleintierzuchtverein ein „eingetragener Verein“. Anlässlich des sechzigjährigen Jubiläums wurde die Lokalschau als eine Vergleichsschau mit den Wolfacher Zuchtfreunden ausgerichtet.
1992 übergab Josef Armbruster, der zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, das Vorsitzendenamt nach erfolgreicher Tätigkeit an Friedrich Wöhrle, der nunmehr schon seit 15 Jahren die Vereinsgeschicke mit großem Erfolg leitet. „Altmeister“ Josef Armbruster verstarb Mitte Juli 2007 leider allzu früh. In 2006 wiederum ein Novum – aufgrund der Vogelgrippe fand die Lokalschau ohne Geflügel statt. In all den Jahren schnitten Schiltacher Züchter bei den verschiedenen Schauen bis hin zu Bundesschauen und Bundesjugendschauen mit sehr guten Ergebnissen ab. Zahlreiche Meister- und Vizemeister gingen aus dem Jubelverein hervor. Neben den Züchtern haben auch die Züchterfrauen in starkem Maße zur erfolgreichen Vereinsarbeit beigetragen.

Die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins

Vorstand und Mitglieder des Kleintierzuchtvereins Schiltach und Umgebung im Jubiläumsjahr 2007. Vorsitzender Friedrich Wöhrle ganz rechts.
Foto: Rombach

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