Stadtnachricht

Die Vorfreude auf das Flößer- und Gerberfest ist groß


Floesserfest_2009-Web Die Schiltacher Flößer und Gerber feiern am Samstag, 23. Mai, ab 15 Uhr bis 24 Uhr und am Sonntag, 24. Mai, ab 11 Uhr bis 19 Uhr zusammen mit der Bevölkerung auf der Lehwiese ein großes „Flößer- und Gerberfest“.

Und dieses Ereignis hat neben Frohsinn und Geselligkeit die hautnahe Begegnung der Bevölkerung mit dem historischen Flößerhandwerk zur Zielsetzung. Einige Besonderheiten wurden deshalb mit ins abwechslungsreiche Programm aufgenommen. Zur Realisierung ist eine ordentliche Portion an vorbereitender Organisation und an Vor-Ort-Einsatzes erforderlich.
Da findet sich parallel zu den erstmaligen „Flößerspielen“ für Erwachsene auch gleich ab Beginn des ersten Veranstaltungstages ein spektakuläres Kinderprogramm. Regie führt dabei Förster Holger Wöhrle, bekannt als Freund der Jugend, der auch immer wieder in die Schulen und Kindergärten geht und durch Lerngänge und Informationen den jungen Leuten die Natur, ihre Bedeutung und deren Schutz nahe bringt. Er ist selbst Mitglied der Flößergruppe.

Im hinteren Festbereich, in unmittelbarer Nähe von Ausstellungszelt, Wiedofen und Holländer-Sitzgruppe will er die Kinder spielerisch mit Holz, Wasser und Flößerei bekannt machen. Der Spaß wird dabei sicherlich nicht zu kurz kommen, denn der Förster versteht es prächtig, mit Kindern umzugehen, pädagogisch nachhaltig zu wirken und ihnen Sachverhalte und Dinge verständlich zu machen.
 
Ab 18 Uhr des ersten Tages präsentieren die Flößer Tätigkeiten „Rund ums Holz und Wasser“. Sie wollen den Besuchern zeigen, welche vielfältigen Arbeiten notwendig sind, bis ein Floß fertig zugerichtet ist zur Fahrt auf dem Fluss. Hier wird erleb- und sichtbar gemacht das „Ablängen“ der Stämme, das Schnätzen, das Bohren der Löcher für die Wieden, das Baien und das Drehen der Wieden, das Arbeiten am Wiedofen, das Einbringen der Gestöre und vieles mehr. Auch diese Demonstration, die den Flößern sehr wichtig ist, wird am zweiten Tag fortgesetzt. Dann kommt sogar noch ein Schmied aus Schapbach dazu, der sein altes Handwerk vorführt und Flößerwerkzeuge herstellt. Außerdem können die Besucher Wieden am Wiedstock selbst drehen.

Eine wichtige und interessante Attraktion bietet das Ausstellungszelt. Anhand von wenig bekannten Plänen ist zu ersehen, wie sich der Lauf der Kinzig in den Jahrhunderten immer wieder verändert hat, und welche Strecken der Fluss einst durchs Tal wanderte. Heute ist es kaum noch vorstellbar, wie damals die langen Flöße durch die vielen Windungen hindurch manövriert werden mussten. Aufschlussreich sind auch die Plankarten vom Kinziglauf vor dem Bahnbau im 19. Jahrhundert zwischen Schenkenzell und Schiltach. Viele Bilder, Fotos und Texte geben darüber hinaus Aufschluss über die Flößerei im Kinzigtal sowie über die Schiltacher Flößer als „Gastarbeiter“ an Wutach und Steina im Südschwarzwald und in Siebenbürgen. Doch nicht nur die Zeiten der aktiven gewerbsmäßigen Flößerei werden dargestellt, sondern auch die Aktivitäten der heutigen „Schiltacher Flößer“ während der letzten zehn Jahre finden ihre Darstellung. Zusätzlich sind mit Hilfe eines Beamers bewegte Bilder zu sehen und machen die Ausstellung zur runden Sache.

Lagerfeuer und Flößerwürste sind selbstverständlich. Eine Musikgruppe der „Freunde der Flößerei“ aus Willstätt sorgt ohne Verstärker und Lautsprecher für Stimmung rund ums Feuer und für weitere gute Unterhaltung an beiden Tagen. Das illuminierte Floß bei Einbruch der Dunkelheit des ersten Tages, die Musik der „Old News“ auf dem Podium, eine Tanzgruppe in „Leder und Tracht“ und ein Feuerwerk um Mitternacht sind weitere Höhepunkte. Ein Pendelfloß verbindet die Lehwiese mit dem Gerberviertel, wo die themenbezogenen Museen besichtigt werden können.

Die Stadt- und Feuerwehrkapelle spielt am zweiten Tag zum Frühschoppen, die Trachtenkapelle Lehengericht schließt sich nachmittags mit einem Unterhaltungskonzert an. Der absolute Höhepunkt des Festes ist dann anschließend um 16.30 Uhr die Floßfahrt auf der Schiltach bis hin zum Hochmuthsteich und dann ab 17.30 Uhr weiter auf der Kinzig bis hinunter zum Hohensteinfelsen.
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