Stadturkunde

Stadtnachricht

Vor 60 Jahren erhielt Schiltach das Stadtrecht zurück


Am 17. April 1949, also vor genau 60 Jahren, wurde der Stadt Schiltach durch das Badische Innenministerium das 1935 entzogene Stadtrecht wieder verliehen. Die Wiederverleihungsurkunde überreichten Staatspräsident Leo Wohlleb und Innenminister Dr. Alfred Schüly im Beisein des französischen Kreisgouverneurs de Rendinger am 5. Juli in einem feierlichen Festakt. Stadtverwaltung, Bevölkerung und Schuljugend hatten sich dazu auf dem Marktplatz eingefunden. Bürgermeister Gottlieb Trautwein hieß die Gäste willkommen. "Wir freuen uns, das der hohe Besuch von dem Wunsche beseelt ist, ein an Schiltach verübtes Unrecht wieder gut zu machen und uns unser uraltes Stadtrecht wieder zuzuerkennen", bekundete er unter langem Applaus aller Zuhörer. Er gab dann einen recht spannenden und leidenschaftlichen Rückblick auf die vielen Facetten der wechselhaften Geschichte der Flößer-, Fachwerk- und Gerberstadt bis hin zur damaligen Nachkriegszeit und sprach sich dabei auch deutlich für ein vereintes Europa und die deutsch-französische Verständigung aus. „Mögen der heutige Festakt und die Wiederverleihung des Stadtrechtes reife Früchte tragen für unsere Heimat“, lautete sein Wunsch.

In der anschließenden Festansprache rühmte Staatspräsident Wohleb den „Schiltacher Geist und Fleiß“, welcher schon vor und während der Flößerzeit in alle Welt getragen worden sei, und welcher auch die jetzige Generation und Jugend verpflichte zu neuem Vertrauen und neuem Schaffen. Mit dem Wunsche, dass Schiltachs alte Kraft, alter Fleiß und alte Solidität erhalten bleiben mögen, solle Schiltach mit Fug und Recht wieder die Bezeichnung „Stadt“ führen und neuer Blüte entgegen gehen. Mit den Worten „Es blühe die Stadt Schiltach. Sie blühe von neuem als „Stadt im badischen Lande“ war die Wiederverleihung des Stadtrechtes vollzogen. Innenminister Schüly schloss sich den Wünschen des Staatspräsidenten an.

Von der Nachbargemeinde Lehengericht hatte sich Bürgermeister Karl Bühler eingefunden und die Glückwünsche Lehengerichts überbracht. Auf die scherzhafte Frage des Staatspräsidenten, ob Lehengericht auch Stadt werden wolle, antwortete Bühler mit kräftig-ehrlichen Worten: „Nein, wir bleiben, was wir sind und freuen uns weiterhin am guten Einvernehmen mit der Stadt Schiltach:“

Die erste urkundliche Erwähnung Schiltachs liegt aus dem Jahre 1275 vor. 18 Jahre später ist in einer weiteren Urkunde von „cives in Schiltahe“, das heißt von „Schiltacher Bürgern“ die Rede, so dass mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, das damals Schiltach bereits „Stadt“ war und damit auch bereits das Stadtrecht besaß – also schon seit über 730 Jahren.
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