Stadtnachricht

Vor genau 20 Jahren wurde die Stadtumfahrung in Betrieb genommen


Während landauf und landab Verkehrswege sowie Stadt- und Gemeindeumfahrungen noch in den Planungen oder gar im Anfangsstadium stecken, kann Schiltach im jetzigen Dezember dankbar bereits auf 20 Jahre seiner Stadtumfahrung zurückblicken.

Genau am 13. Dezember 1991 wurde die Ortsmitte von Schiltach von der Last des Straßenverkehrs der Bundesstraßen B 294 und B 462 befreit. Mit der feierlichen Eröffnung einer eleganten Tunnellösung mit dem Kirchbergtunnel (1.830 Meter lang) und dem Schlossbergtunnel (830 Meter lang) ging die Umfahrung von Schiltach in Betrieb und entband so die Innenstadt mit dem Nadelöhr „Engeleck“, wo die B 462 in die B 294 mündete, von der Belastung durch 17.000 Fahrzeuge je Tag.

„Ein großer Tag für Schiltach“ war unisono der Kommentar bei der Eröffnung der lang ersehnten Stadtumfahrung. Während im Kirchbergtunnel schlagartig die Lichter angingen, durchschnitt der damalige Landesverkehrsminister Thomas Schäuble unter dem Kracher eines Böllers und langem Applaus das schwarz-rot-goldene Band. Der Schiltacher Polizeipostenführer Bruno Schmidtke weihte höchstpersönlich mit seinem Dienstfahrzeug die Südumfahrung von Schiltach ein. Er führte die Kolonne der Ehrengäste an, die den Kirchberg- und den Schlossbergtunnel als Erste durchfahren durften.  Zuvor hatten die Ehrengäste, die Musiker der Stadt- und Feuerwehrkapelle und die vielen Schiltacher Bürger trotz klirrender Kälte vor dem Kirchbergtunnel ausgeharrt. Sie alle hatten allen Grund zu feiern, denn nach sechsjähriger Bauzeit konnte das „glückliche Ende einer fast unendlichen Geschichte“ gefeiert werden, wie Bürgermeister Peter Rottenburger damals in seiner Festrede sagte. 98 Millionen Deutsche Mark hatte das Projekt gekostet, und Ministerialdirigent Jungblut vom Bundesverkehrsministerium wies darauf hin, dass damit der Bund gezeigt habe, wie „lieb und teuer“ ihm Schiltach sei. Bei der Feier war auch der damals neue Freiburger Regierungspräsident Conrad Schröder mit dabei. Gelobt wurden in den Ansprachen auch die enormen Leistungen der Mineure und aller am Bau beteiligten Firmen. Und Dankbarkeit zeigten die Redner, dass bei den Bauarbeiten niemand tödlich verletzt worden war. Vier Verletzte, die es gegeben hatte, waren zwischenzeitlich wieder gesund. Ein besonderes Lob erhielten die Schiltacher Bürger, die Grundstücke für das Projekt überlassen und große Toleranz während der Bauzeit bewiesen hatten.

Die Vorplanungen für die Umfahrung reichen zurück bis in die frühen 1960er Jahre. Es wurde untersucht, vermessen und geplant. Trassenvorschläge für nördliche und südliche Umfahrungen wurden entwickelt und wieder verworfen. Dies machte deutlich, wie schwierig es angesichts der extremen Enge des Kinzig- und Schiltachtals war, hier für das Gerber-, Flößer- und Fachwerkstädtchen Schiltach eine optimale Lösung zu finden. Dies änderte sich erst 1984 und dann aber sehr zügig mit der Planfeststellung einer großzügigen Tunnellösung um Schiltach herum.

Die heute verwirklichte Planung mit den Bauabschnitten I (Kirchbergtunnel) und II (Schlossbergtunnel) wurde im Oktober 1985 mit der Herstellung der Fußgängerunterführung „West“ bei der Firma Vega-Grieshaber KG begonnen und fand ihren Abschluss mit den Straßenbauarbeiten im Osten der Stadt im Jahre 1992. Mit den Kernstücken „Kirchbergtunnel“ und „Schlossbergtunnel“, dem 202 Meter hohen Abluftschacht und den beiden Fluchtstollen im Kirchberg zählte die Südumgehung von Schiltach damals zu den größten und auch interessantesten Tunnelbaustellen Deutschlands. 

Tunneleinweihung
Ehrengäste und viele Schiltacher Bürger vor dem Kirchbergtunnel bei der Eröffnung 


Tunneleinweihung
Damaliger Landesverkehrsminister Thomas Schäuble (Mitte) durchschnitt das Eröffnungsband.


Text, Foto und Repro: Rolf Rombach

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