Stadtnachricht

Bericht aus dem Gemeinderat


1. Kurzbericht über das Ergebnis der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung

Bürgermeister Thomas Haas berichtete den Gemeinderäten aus der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzung und teilte mit, was seither hinsichtlich der gefassten Beschlüsse veranlasst worden ist.


2. Neue Konzeption für das Museum am Markt

Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßte Bürgermeister Thomas Haas den Kulturwissenschaftler Frank Lang, der sich im Auftrag der Stadt Schiltach Gedanken zu einer Neukonzeptionierung des „Museums am Markt“ gemacht hat.

Demnach lasse die bestehende Dauerausstellung klar die Themen einer in den 1980iger/90iger Jahren eingerichteten Stadtgeschichte-Ausstellung mit eindeutigen Themenschwerpunkten des damaligen Darstellungsinteresses erkennen. So stellt das Museum anschaulich einen Überblick über die Stadtgeschichte aus, wobei es immer wieder Überschneidungen mit dem Schüttesäge-Museum gibt.

Der Museumsexperte betonte, dass das Museum im Blick auf die seinerzeitige Themenstellung hervorragend konzipiert war und alle Erwartungen erfüllte.

Jedoch habe sich die Erwartungshaltung von Museumsbesuchern in den letzten 20 Jahren verändert, insbesondere werden in der heutigen Zeit kaum noch langen Erläuterungstexte gelesen. Auch gibt es zwischenzeitlich im Bereich der neuen Medien Möglichkeiten, um die Präsentationen noch lebendiger und aussagekräftiger zu machen.

Museum am Markt In einem Arbeitskreis unter der Leitung von Bürgermeister Thomas Haas entwickelten die historisch interessierten Mitglieder Michael Buzzi, Dr. Hans Harter, Dr. Michael Hensle, Klaus-Ulrich Neeb, Rolf Rombach und Peter Rottenburger mit Unterstützung von Frank Lang eine Konzeptionsstudie, die dem Gemeinderat in der aktuellen Sitzung ausführlich vorgestellt wurde. So soll es künftig zehn Schwerpunktthemen geben, die didaktisch völlig neu angegangen werden.

Es wird vorgeschlagen, in jedem Raum einen Informationsblock zu installieren, der per Touchscreen bedient werden kann. Legenden-Erzählungen werden mit Licht- und Tonprogrammen inszeniert und zur punktuellen, effektüberhöhten Hörspielszene ausgebaut. Hierbei soll der Besucher an sogenannten „Erzählstationen“ sitzen.

Durch den Ansatz, Museumserläuterungen in digitaler Form via Monitor zur Verfügung zu stellen, eröffnet sich zudem die Möglichkeit, Auszüge davon und auch Anekdoten und Exponatfotos vor die Tür des Museums zu bringen. „Als Appetitanreger sozusagen“, schloss der Museumsexperte seine Ausführungen.

Die Kosten für die Neukonzeption werden auf rund 130.000,-- € geschätzt, wobei nach wie vor sehr viel ehrenamtliches Engagement erforderlich sein wird.

Im Gemeinderat war man sich schnell darüber im klaren, dass sich die geschätzten Kosten im ersten Moment zwar etwas hoch anhören, aber bei einer kompletten Neukonzeption für das Museum erforderlich sind. Im Blick auf die Bedeutung der Museen für den Tagestourismus und die Heraushebung der Stadt Schiltach aus dem Kreis der Mitbewerber, lasse es sich nicht vermeiden, nach einer gewissen Zeit ein „Facelifting“ vorzunehmen. „Die Gemeinden stehen in Konkurrenz zu einander, was die Gunst der Gäste betrifft“, war man sich über die Notwendigkeit der vorgeschlagenen Maßnahme einig.

Peter Rottenburger als Sprecher des Arbeitskreises betonte, dass es sich bei der Darstellung der Geschichte einer Gemeinde um eine ureigenste Gemeindeaufgabe handle. Dass hierfür im Fall des „Museums am Markt“ ein etwas größerer finanzieller Aufwand betrieben werden muss, sei zu verkraften, da die Modifizierung des „Schüttesäge-Museums“ dafür äußerst kostengünstig möglich war, weil sich die Flößer, Förster Holger Wöhrle und die Gerberei Trautwein enorm ehrenamtlich engagiert haben. „Dabei handelte es sich jedoch um einen Glücksfall“, betonte das ehemalige Stadtoberhaupt. Er appellierte an den Gemeinderat, „nicht auf halbem Weg stehen zu bleiben, sondern die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen und die grundlegende Neukonzeption des Museums anzugehen“.

Die Räte waren sich ebenfalls darin einig, jetzt „keine halben Sachen zu machen“, sondern den Vorschlag des Expertenkreises aufzunehmen und entsprechend umzusetzen. Die erforderlichen Haushaltsmittel werden im nächsten Haushaltsplan bereitgestellt. Die Arbeiten sind für die Zeit nach der laufenden Tourismus-Saison eingeplant.

3. Bausachen

Zu diesem Tagesordnungspunkt lagen keine Beratungsgegenstände vor.


4. Freizeitbereich „Vor Kuhbach“
- Vergaben

Im Zuge der Neugestaltung des Freizeitbereichs „Vor Kuhbach werden im Bereich der früheren Liegeweise neben dem ehemaligen Minigolfplatz Garten- und Landschaftsbauarbeiten notwendig. Die Planungskonzeption ist vom Gemeinderat schon vor geraumer Zeit beschlossen worden, zunächst wurden jedoch Renaturierungsmaßnahmen am „Kuhbach“ vorgezogen, wofür es im Rahmen eines Leader-Projekts eine 50 %ige Förderung gab. Diese Arbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen, so dass an die weitere Umsetzung gegangen werden kann.

In diesem Zusammenhang berichtete Bürgermeister Thomas Haas von der aktuell abgeschlossenen Bauprüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg (GPA), die sich sehr lobend über das Stadtbauamt geäußert habe. Insgesamt wurde Stadtbaumeister Roland Grießhabers Arbeit vom GPA-Prüfer als „ausgezeichnet“ gewürdigt, obwohl er es als „Einzelkämpfer“ in seinem Amt oft nicht einfach habe und über ein besonders breit gefächertes Fachwissen verfügen muss.

Die einzelnen Gewerke für den Freizeitbereich wurden von ihm beschränkt ausgeschrieben, wobei die Angebote am 22. Juni 2010 eröffnet worden sind.

Nach kurzer Aussprache vergab der Gemeinderat die Arbeiten jeweils einstimmig wie folgt:

a) Garten- und Landschaftsbauarbeiten
Firma Panzer, Schiltach 88.947,26 €

b) Zimmerer- und Holzbauarbeiten
Firma Feger, Oberwolfach 20.808,21 €

b) Schlosserarbeiten
Firma Möcke, Schiltach 6.839,76 €

Im Zusammenhang mit dieser Diskussion wurde angeregt, die Wehrklappe beim „Strandbadwehr“ hochzunehmen und ein dort befindliches Geländer wieder anzubringen, das von „Vandalen“ offensichtlich entfernt wurde.

5. Instandsetzung der Außenbereichsstraßen
- Festlegung des Bereichs der Ausschreibung

Jährlich wendet die Stadt Schiltach rund 200.000,-- € dafür auf, die Gemeindeverbindungsstraßen im Ortsteil Lehengericht instand zu setzen.

Gemeinsam mit Ortsvorsteher Thomas Kipp hat Stadtbaumeister Roland Grießhaber in diesem Jahr sämtliche Straßen in Augenschein genommen und einen enormen Sanierungsbedarf festgestellt, der in einem Jahr nicht auf einmal „geschultert“ werden kann.

Man einigte sich schließlich nach Vorberatung im Ortschaftsrat darauf, dem Gemeinderat folgende Maßnahmen vorzuschlagen:

- Bereich „Mühle“ mit Zufahrt zur Firma Karl Fehrenbacher
- Grumpenbächle
- Im Eulersbach ab Grüner Baum bis Matthias Bühler
- Hinterholz bis Unterstaigenbach

Insgesamt ergibt dies einen Umfang von ca. 5.000 m Fahrbahnsanierung mit geschätzten
Kosten von ca. 271.000,-- €. Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung und gab „grünes Licht“ für die entsprechende Ausschreibung. Die restlichen Sanierungsarbeiten sind in den nächsten Haushaltsjahren anzugehen und werden vom Umfang her jeweils zu gegebener Zeit festgelegt.

6. Anfragen, Verschiedenes

Bei diesem Tagesordnungspunkt wurden verschiedene Bekanntgaben gemacht und Anfragen aus den Reihen des Gemeinderats beantwortet.
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