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Stadtnachricht

Informationen zu Wildtieren im Siedlungsraum


Wildtiere wie beispielsweise Füchse, Steinmarder und Waschbären fühlen sich als sogenannte „Kulturfolger" auch in der Nähe des Menschen sehr wohl. Diese Anpassung an den Menschen ist nicht jedem recht und kann für Probleme sorgen. Die Hauptgründe für das häufigere Auftreten der Wildtiere im Siedlungsraum ist das reichhaltige Nahrungsangebot, die zahlreichen Unterschlupfmöglichkeiten und der fehlende Jagddruck. Die Tiere haben gelernt, dass der Mensch keine Gefahr darstellt und verlieren so teilweise auch ihre Scheu. In der Zeit von März bis Juli wird die Präsenz der Wildtiere im Siedlungsraum für den Menschen besonders spürbar, da zu diesem Zeitpunkt die Geburt und Aufzucht der Jungtiere stattfindet.

Eine Fuchsfamilie die sich im Garten niedergelassen oder einer Marderfamilie die sich im Dachboden eingenistet hat sorgt von Zeit zu Zeit für Konflikte mit dem Menschen. Zur Vermeidung solcher Konflikte können im Vorfeld von Bürgerinnen und Bürgern Maßnahmen zur Prävention ergriffen werden. Grundsätzlich ist es schwierig Wildtiere vom Grundstück fernzuhalten, da die Tiere Zäune, Mauern und sonstige Absperrungen überklettern oder sich unterhalb von Zäunen durchzwängen können. Trotzdem helfen bereits einfache Maßnahmen, damit sich „konfliktträchtige" Arten wie beispielsweise Fuchs, Marder, Waschbär und Dachs in Ihrem Zuhause und Ihrem Garten nicht wohlfühlen. Die nachfolgende Auflistung enthält einige grundlegende Informationen bzw. Handlungsmöglichkeiten:

- Die effektivste Möglichkeit Wildtiere fernzuhalten ist alle frei verfügbaren Nahrungsquellen (z.B. offen dargebotenes Hunde-/Katzenfutter, Vogelfutter, Essensreste,……) zu entfernen.

- Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und Obst nicht auf den Komposthaufen bringen (unproblematisch sind Gartenabfälle und Gemüsereste)

- Fallobst sammeln und reifes Obst ernten

- Mülltonnen geschlossen und sauber halten

- Gelbe Säcke erst am Abholtag hinausstellen

- Leicht zu transportierende Gegenstände wie z.B. Schuhe die dem Fuchs als Spielzeug dienen könnten über Nacht wegräumen

- Mögliche Unterschlupfmöglichkeiten unzugänglich machen - Öffnungen die der Größe des Kopfes entsprechen reichen für das Wildtier völlig aus um sich Zugang zu verschaffen. (Hinweis: Steinmarder und Waschbären sind gute Kletterer und nutzen die Fallrohre der Dachrinne oder Bäume und Sträucher um auf das Dach eines Hauses zu gelangen.)

- Kreative Vergrämung - damit kein Gewöhnungseffekt auftritt; z.B. durch chemische Mittel und / oder akustische Mittel (z.B. lautes Radio)

- Gartenbeete durch Netze oder Drahtumrandungen schützen

- Sollten Grabungsaktivitäten (Füchse und Dachse graben Baue) im Garten festgestellt werden, müssen die Tiere gestört und die Öffnungen sofort wieder geschlossen werden

- Fuchskot sollte mit Hilfe einer Plastiktüte aufgenommen und über die Mülltonne entsorgt werden (nicht auf den Kompost bringen)

- Auf keinen Fall dürfen Wildtiere gefüttert werden! Ansonsten verlieren sie die Scheu vor dem Menschen und bereiten durch vermehrtes Auftauchen mehr Probleme.

Sollte bereits eine Fuchsfamilie im Garten oder eine Marderfamilie auf dem Dachboden leben, müssen während der Jungenaufzucht Störungen unterlassen werden. Aufgrund dessen ist es wichtig

im Vorfeld tätig zu werden und oben aufgeführte Präventionsmaßnahmen vorsorglich anzuwenden. Der Fang von Tieren mit einer Falle hilft in aller Regel nicht weiter bzw. nur kurzfristig, da das freigewordene Revier rasch von einem anderen Tier wieder besetzt wird.

Viele Wildtiere sind aus dem Siedlungsraum nicht mehr weg zu denken. Aus diesem Grund müssen wir lernen unseren Lebensraum mit den Wildtieren zu teilen. Durch Beobachten der Tiere können wir versuchen deren Verhalten zu verstehen und gleichzeitig durch unser umsichtiges Verhalten ein langfristiges Neben- und Miteinander zwischen Mensch und Tier möglich machen.

An der Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurden zwei aufeinander aufbauende Studien zu Wildtieren im Siedlungsraum von Baden-Württemberg durchgeführt. Ein Ergebnis der Studien war die Erstellung von Internetseiten, welche vielfältige Informationen über Wildtiere bzw. Wildtiere im Siedlungsraum zur Verfügung stellen. Zentrale Inhalte sind die einzelnen Tierarten und ihr Verhalten (u.a. Steckbriefe, Biologie, Wildtiere in der Nachbarschaft, Tipps zum Umgang, Krankheiten usw.).

Diese umfangreicheren Informationen rund um das Thema Wildtiere bzw. Wildtiere im Siedlungsraum sind unter den folgenden Internetseiten für Sie abrufbar.

www.wildtiere-stadt.wildtiere-bw.de

www.wildtiere-bw.de

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