Stadtnachricht

Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 4. Februar 2015


1. Kurzbericht über das Ergebnis der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung
 
Bürgermeister Thomas Haas berichtete aus der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzung und teilte mit, was seither hinsichtlich der gefassten Beschlüsse veranlasst worden ist.
 
2. Bausachen
 
Zu diesem Tagesordnungspunkt lagen keine Beratungsgegenstände vor.
 
3. Tourismusbericht
 
Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßte Bürgermeister Thomas Haas den Leiter der städtischen Tourist-Info Herrn Christian Jäckels.
 
Dieser zeigte sich mit dem abgelaufenen Jahr 2014 aus touristischer Sicht sehr zufrieden. Speziell der Tagestourismus habe erneut zugenommen und anhand der Gäste in der Tourist-Info könne man ablesen, in welchem europäischen Land gerade Schulferien sind. Enorm sei auch die Zahl der Veranstaltungen in Schiltach gewesen. Insgesamt kann man auf 200 Veranstaltungen zurückblicken, was bei einer Einwohnerzahl von 3.850 deutlich über dem Durchschnitt liegt.
 
Die Beherbergungsbetriebe meldeten insgesamt 22.619 Übernachtungen. 35,5 % davon waren Gäste aus dem Ausland. Die Bettenauslastung liegt in Schiltach bei 24,1 %. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 3,78 Tage.
 
Insbesondere in der Sommerferienzeit von Mitte Juni bis Ende August wurde in Schiltach viel für die Touristen geboten. Christian Jäckels zählte die einzelnen Veranstaltungen auf und lobte die gute und effektive Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kunst.
 
Auch im kommenden Jahr wird sich die Stadt Schiltach wieder an der Kinzigtäler Flößerwoche beteiligen, wobei es dieses Mal auch einen konkreten Aufhänger gibt, nämlich das Floßhafenfest in Wolfach.
 
Veranstaltungshighlight wird aber sicherlich das Schiltacher Stadtfest sein, das am 27./28. Juni stattfinden wird. Das Organisationskomitee sei weitgehendst mit den Planungen fertig. Erstmals wird auch der SWR vor Ort sein.
 
4. Fairtrade-Town Kampagne
 
Einleitend ging Bürgermeister Thomas Haas darauf ein, dass man in Schiltach seit März 2010 in den Räumlichkeiten des Lehengerichter Rathauses einen Weltladen habe. Angeboten werden dort global und regional fair gehandelte Produkte. Ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in diesem Laden beschäftigt.
 
Von den Mitarbeitern des Weltladens kam die Anregung, die Stadt möge sich an der weltweit sehr erfolgreichen Kampagne „Fairtrade-Towns“ beteiligen. Ziel sei die Förderung des fairen Handels auch auf kommunaler Ebene.
 
Bürgermeister Thomas Haas möchte diese Angelegenheit gerne unterstützen, auch um das enorme Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Schiltacher Weltladens zu würdigen. Außerdem signalisiere man die klare Bereitschaft, soziale Verantwortung zu übernehmen.
 
Der finanzielle Aufwand für die Stadt hält sich im Rahmen. Man verpflichtet sich in bestimmten Bereichen zur Verwendung von fair gehandelten Produkten. Außerdem wird der Leiter der Tourist-Info Christian Jäckels zur Teilnahme an den Sitzungen der lokalen Steuerungsgruppe entsandt.
 
Weitere Voraussetzungen zur Erlangung des Titels „Fairtrade-Town“ betreffen die Beteiligung lokaler Einzelhandelsgeschäfte sowie von Cafés und Restaurants, was in Schiltach nach ersten Vorgesprächen kein Problem darstellen sollte. Außerdem müssen in weiteren öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen Fairtrade-Produkte verwendet werden, des Weiteren werden Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt. Die entsprechenden Gespräche nimmt die lokale Steuerungsgruppe nach Beschlussfassung durch den Gemeinderat auf.
 
Christian Jäckels wies als letztes Kriterium noch darauf hin, dass auch die örtlichen Medien über die Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Town berichten sollten. Hierbei hofft er auf die Unterstützung der beiden Lokalzeitungen. Außerdem werde man auf der städtischen Homepage und im Nachrichtenblatt selbst aktiv. In der sich anschließenden Gemeinderatsdiskussion wurde die Initiative einhellig begrüßt. „Nebenbei geht es auch um Umweltschutz und Nachhaltigkeit“, wies ein Gemeinderat auf die positiven Auswirkungen des fairen Handels hin. Mit dem Status als „Fairtrade-Stadt“ wolle man das Bewusstsein der Bevölkerung für den fairen Handel stärken, weshalb der erforderliche Gemeinderatsbeschluss schließlich einstimmig gefasst wurde.
 
5. Bericht Archiv/Museen
 
Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßte man den Leiter des Stadtarchivs und der städtischen Museen Herrn Dr. Andreas Morgenstern. Er berichtete von der Arbeit des Archivs im abgelaufenen Jahr, in welchem 186 Nutzungsanfragen an ihn gerichtet wurden. 75-80 % davon betrafen private Familienforschungen.
 
Das Archiv verfügt über 8.500 Datensätze, jährlich kommen 150 bis 200 neue dazu. Außerdem verfüge man über tausende von Fotografien.
 
Im Blick auf die starke Beanspruchung des Archivars für private Familienforschungen regte dieser an, über eine Art Benutzungsordnung nachzudenken, wie sie die meisten anderen kommunalen Archive ebenfalls verabschiedet hätten. Bislang wird die Dienstleistung als Serviceleistung kostenlos angeboten, was grundsätzlich auch so bleiben sollte. Insbesondere steht das Archiv grundsätzlich allen Historikern und geschichtlich interessierten Nutzern auch künftig kostenlos zur Verfügung. Wenn jedoch die Dienste des Archivars länger als eine Stunde für rein private Zwecke in Anspruch genommen werden, sei die Erhebung einer Gebühr sicher legitim.
 
Erfreut zeigte sich Morgenstern auch über die positive Entwicklung des Bahnpunktes Schiltach „Roter Brummer“. Auch aus den Reihen des Gemeinderats wurde bestätigt, dass regelmäßig Gäste vor Ort gesehen werden, die sich stark für die Bahngeschichte interessieren.
 
Derzeit befasse man sich mit Überlegungen, wie die Züge auch ohne Stadtführer zugänglich gemacht werden können. Denkbar wäre das Hinterlegen eines Schlüssels an geeigneter Stelle, wobei sich Museumsleiter Morgenstern etwas besorgt darüber zeigte, dass dies möglicherweise Probleme im Blick auf Vandalismus eröffnen könnte. Auch gab er zu bedenken, dass der Eine oder Andere möglicherweise den Schlüssel nicht zurückbringt, was zu Aufwendungen im Bereich des Zylindertauschs führt.
 
Bürgermeister Thomas Haas teilte diese Sorgen nicht im gleichen Maße, da man bei der Schlüsselabholung Name und Anschrift erfragen könnte, um Missbräuchen vorzubeugen.
 
Auch auf die städtischen Museen ging Morgenstern ein, die im Jahr 2014 von 22.500 Besuchern aufgesucht wurden, was für eine Stadt der Größe Schiltachs sehr beachtlich sei und mit Vergleichszahlen anderer stadtgeschichtlicher Museen belegt wurde. Dennoch appellierte er für noch mehr Öffentlichkeitsarbeit, „wir müssen bekannter werden und die mediale Präsenz der Museen stärken“. Wie andere Städte sollte auch Schiltach seine Alleinstellungsmerkmale hervorheben. Die Besucherzahlen im Schüttesägemuseum gegenüber dem Museum am Markt belegen, dass insbesondere der Bereich „Flößerei“ die Gäste interessiert, weshalb der Fokus stärker darauf gerichtet werden sollte.
 
Im kommenden Jahr sind wieder zwei Sonderausstellungen geplant. Ab 17. April ist der Themenbereich „Über Grenzen hinweg“ zu sehen, die Herbstausstellung befasst sich mit Bibeln. In der sich anschließenden Diskussion im Gemeinderat kam man einstimmig überein, den Vorschlag mit der Gebührenerhebung für längere Dienstleistungen durch den Archivar aufzugreifen. Nach wie vor stehe das Archiv für Heimatforscher und Untersuchungen im öffentlichen Interesse  unbegrenzt kostenlos zur Verfügung. Bei privaten Familienforschungen, die den Archivar mehr als eine Stunde beanspruchen, soll künftig pro angefangene 15 Minuten über die erste Stunde hinaus eine Gebühr in Höhe von 10 Euro erhoben werden.
 
Grundsätzlich einigte man sich auch auf das Öffnen der Züge in Form einer Schlüsselhinterlegung. Die Verwaltung wurde darum gebeten, eine praktikable Lösung hierfür zu suchen.
 
6. Buch Lehengericht
    - Vorstellung des Konzeptes durch Herrn Ortsvorsteher Kipp

 
Ortsvorsteher Thomas Kipp berichtete seinen Stadtratskollegen von ersten Überlegungen aus dem Jahr 1968, ein Buch über den heutigen Ortsteil Lehengericht herauszugeben. Teilweise sei das Lehengericht zwar im 1980 erschienenen Heimatbuch mit abgedeckt, dennoch werde der Wunsch nach einer eigenen Publikation in der Bevölkerung immer lauter. Abgedeckt werden soll die frühe Besiedlung, die Entstehung der heutigen denkmalgeschützten Höfe oder auch die interessante Bergbaugeschichte.
 
Es habe sich bereits eine Gruppe von Interessenten konstituiert, die Bereitschaft an der Mitarbeit an dem Werk signalisiert haben. In einer ersten Besprechung kam man überein, nicht zu wissenschaftlich zu werden, sondern durchaus auch „lebendige Geschichten“ aufzunehmen.
Bürgermeister Thomas Haas bedankte sich in diesem Zusammenhang bei den zahlreichen Heimatforschern, über die man in Schiltach und Lehengericht verfüge, was keineswegs selbstverständlich sei. „Das ist ein Schatz, den wir nutzen sollten“, bekräftigte er die Bereitschaft der Stadt, das gewünschte Lehengericht-Buch zu unterstützen und die erforderlichen finanziellen Mittel hierfür bereit zu stellen. Die Veröffentlichung ist für 2017 vorgesehen.
 
7. Sanierung Oberflächenbelag Vorstädtle
    - Ingenieurvertrag

 
Im Haushalt 2015 sind Mittel bereitgestellt worden, um die Straßenoberflächen und Pflanzbeete, sowie die Parkplatzmarkierungen im „Vorstädtle“ zu sanieren. Zur Erstellung der entsprechenden Planungen sind Ingenieurleistungen erforderlich, die nach einem Angebot des Ingenieurbüros Breinlinger einen Aufwand in Höhe von 19.692 Euro verursachen.
 
Ohne größere Diskussion wurde der Ingenieurauftrag einstimmig vergeben.
 
8. Grundschule
    - Unterbringung der Mülleimer
 

Bürgermeister Thomas Haas erinnerte die Gemeinderatsmitglieder an die schon länger geführte Diskussion um einen neuen Abstellplatz für die Mülleimer der Grundschule. In der Vergangenheit waren diese im Gebäudeinneren untergebracht, was bei einer Brandverhütungsschau durch Kreisbrandmeister Mario Rumpf jedoch beanstandet worden sei. Nach einigem hin und her habe sich der Gemeinderat schließlich darauf verständigt, die Mülleimer links neben dem Seiteneingang der Schule im Bereich der dortigen Bushaltestelle zu lagern.
 
Um Missbrauch zu verhindern und die Abfallbehälter optisch zu kaschieren, wurde deren Einhausung festgelegt. Stadtbaumeister Roland Grießhaber stellte dem Gemeinderat einen Vorschlag mit Schiebeelementen vor, der auch von Denkmalamt und Grundschule gut geheißen wurde.
 
Verschiedene Gemeinderatsmitgliede zeigten sich erfreut über die „sehr gute Lösung“, die optisch gut ins „Vorstädtle“ passe. Die Beschaffung wurde daher einstimmig beschlossen.
 
9. Anfragen, Verschiedenes
 
Bei diesem Tagesordnungspunkt wurden verschiedene Bekanntgaben gemacht und Anfragen aus den Reihen des Gemeinderats beantwortet.
 
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