Das Schaufloß der Schiltacher Flößer e. V. (2025)

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden lange Baumstämme für den Haus- und Schiffbau auf

den Flüssen der waldreichen Gebirge transportiert. Dafür gab es verschiedene Floß-Typen,

darunter auf der Kinzig die „Gestör-Flöße“. Bei diesen wurden die Stämme zu breiten Holz-

tafeln, den „Gestören“, verbunden. Als Bindematerial dienten „Wieden“ – Holzseile, die reißfest und gleichzeitig flexibel waren.

25 bis 35 hintereinander gebundenen Gestöre bildeten „Holzschlangen“ mit einer Länge von bis zu 350 Metern, die 300 bis 400 Stämme transportierten.

Der vom Verein Schiltacher Flößer e. V. geschaffene Nachbau zeigt Teile eines Gestör-Floßes:

1.            „Vorplätz“ mit Ruder, mit dem der „Fahrer“ dem Floß die Richtung gab.

2.            Mittleres Gestör mit einem „Dreibein“ für die Ausrüstung. Hier wurde auch die „Oblast“

                gelagert – mitgeführte zusätzliche Handelsware, wie Bretter, Stangen, Harz, Brennholz,

                sowie Passagiere.

3.            „Sperrgestör“ mit einem „Sperrstümmel“. Dieser wurde auf den Grund geschlagen und

                diente als Kratzbremse, um das Floß zu stoppen.

Die Rekonstruktion basiert auf Skizzen des Malers Wilhelm Hasemann (1850–1913).

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