Bericht aus dem Gemeinderat

1. Kurzbericht über das Ergebnis der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung

Bürgermeister Thomas Haas berichtete aus der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung und teilte mit, was seither hinsichtlich der gefassten Beschlüsse veranlasst worden ist.

2. Bausachen

Zu diesem Tagesordnungspunkt lagen keine Beratungsgegenstände vor.

3. Umgestaltung des ehemaligen Minigolfgeländes an der Kinzig
- Vorstellung des Konzeptes durch Herrn Dr. Klaus Grossmann

Schon seit geraumer Zeit befasst sich der Schiltacher Gemeinderat mit einer Umgestaltung des ehemaligen Minigolfgeländes, das derzeit brach liegt und nicht mehr genutzt wird. Man ist übereingekommen einen Freizeitbereich für die Schiltacher Bevölkerung zu schaffen, der allen Generationen als Erholungsanlage dient. Erste Überlegungen mit einer Ummodellierung des Geländes und der Anbringung von Kletter- und Spielgeräten wurden wegen der ständigen Überschwemmungsgefahr und der idyllischen Lage direkt an der Kinzig wieder verworfen.

Stattdessen wurde der Planer darum gebeten, auf einfache Weise „Wasser erlebbar“ zu machen und eine Ruhezone für Jung und Alt zu schaffen.

Bürgermeister Thomas Haas begrüßte in der aktuellen Sitzung Herrn Dr. Klaus Grossmann aus Balingen, der für die Stadt bereits den Gewässerentwicklungsplan erarbeitet hat und über große Erfahrungen im Bereich Gewässerbau verfügt.

Vor seinen Ausführungen zum neuen Freizeitbereich stellte er dem Gemeinderat die ebenfalls beschlossene Renaturierung des Kuhbachs vor. Diese ökologisch bedeutsame Maßnahme soll „Ökopunkte“ für geforderte Ausgleichsmaßnahmen der Stadt bei der Schaffung von Baugelände oder anderen Eingriffen in die Natur ergeben.

Ziele sind die Herstellung der Durchwanderbarkeit des Kuhbachs für Fische und Kleinlebewesen, die Vergrößerung der Strömungsvielfalt sowie die Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit von Durchlässen.

Vieles soll durch den Einbau von sog. „rauen Rampen“, der Beseitigung von Abstürzen und dem Einbringen von Substrat erreicht werden. Die Kosten der in vier Abschnitte aufgegliederten Arbeiten belaufen sich auf rd. 110.000,-- €.

Die Gemeinderäte begrüßten die ökologische Verbesserung des Gewässers einhellig und beschlossen deren Durchführung einstimmig, wobei stets auch die Hochwassergefahr im Auge behalten werden müsse.

Im Anschluss an die Ausführungen zur Renaturierung des Baches stellte Dr. Grossmann seine Überlegungen zur Neugestaltung des Freizeitbereichs vor. Dieser soll eine naturnahe Umgestaltung erfahren und die Erlebbarkeit des Kuhbachs und der Kinzig erhöhen. So ist ein neuer Holzsteg über den Kuhbach geplant, der darüber hinaus kurz vor der Einmündung in die Kinzig so umgestaltet werden soll, dass Kinder gefahrlos im Wasser spielen können. Neben dem Bach wird ein Sandbereich entstehen, in welchem auch eine Art „Quelle“ entspringt, die vom Zulauf des ehemaligen Wassertretplatzes gespeist wird. Die vorhandene Grillstelle wird auf die Fläche zwischen dem Kuhbach und den Kleingärten verlegt und mit Blocksteinen umrahmt. Diese sollen zum einen als Sitzmöglichkeit dienen und zum anderen eine Art Schallschutz zur Wohnbebauung in der Auestraße ergeben.

Auch die Kinzig soll nach den Plänen des Gewässerökologen einbezogen werden, in dem sie mit einem neugeschaffenen Kiesstreifen und größeren Steinen im Fluss ebenfalls „erlebbar“ gemacht wird. An baulichen Maßnahmen ist ein Tipi für Kinder vorgesehen, im Bereich der heutigen Grillstelle wird ein Holzpodest vorgeschlagen, das zum Verweilen einlädt und sich auch als Liegemöglichkeit anbietet. An der vorhandenen Mauer zur Straße „Vor Kuhbach“ könnte eine Boulder-Wand als Klettermöglichkeit angebracht werden.

Die Ausführungen des Planers wurden vom Gemeinderat mit Applaus honoriert, weil es gelungen sei, mit einfachen Mitteln einen hochwertigen Freizeitbereich zu schaffen, der den Vorgaben des Gemeinderats in vollem Umfang entspricht.

Die Kosten liegen bei rund 89.500,-- €, wobei derzeit untersucht wird, ob eine Förderung aus dem Programm „Mensch und Wasser“ mit Mitteln aus der Glücksspirale möglich ist.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Umgestaltung des ehemaligen Minigolfplatzes wie vorgetragen anzugehen, wobei noch die Zustimmung der Gewässerbehörden einzuholen ist.

Im Zusammenhang mit der Überplanung des Freizeitgeländes wurde an den Planer die Überlegung herangetragen, ob möglicherweise eine direkte Zuwegung vom ehemaligen „Strandbad-Wehr“ zum Freizeitgelände geschaffen werden kann. Dies würde die Verkehrssituation auf der engen Straße „Vor Kuhbach“ deutlich entschärfen und ein Plus an Sicherheit für Fußgänger bedeuten.

Die Untersuchungen des Planers haben gezeigt, dass man durchaus Möglichkeiten sieht, wobei sowohl eine Treppe, als auch eine Rampe denkbar wäre. Letztere könnte beispielsweise als Stahlkonstruktion angebaut werden. Andererseits wäre jedoch auch ein Blocksteingebilde an der bestehenden Straßenmauer möglich. Um die Rampe behindertengerecht zu machen, sei ein Gefälle von maximal 6 % zulässig, was eine enorme Länge von 36 m ergibt.

Die geschätzten Kosten liegen bei rd. 27.500,-- € für eine Treppe und bei 36.000,- € (Blocksteinsatz) bzw. über 50.000,-- € (Stahlausführung) für eine Rampe.

In der Gemeinderatsdiskussion wurde deutlich, dass eine Rampe favorisiert wird, die nicht nur für Rollstuhlfahrer eine wesentliche Erleichterung wäre, sonder vor allem auch mit Kinderwagen befahren werden könnte. Man einigte sich schließlich einstimmig auf die aufgemauerte Rampe mit einem Asphaltbelag und beauftragte die Verwaltung, die Genehmigungsfähigkeit aus wasserrechtlicher Sicht mit der Gewässerdirektion zu klären. Sollte eine Rampe nicht genehmigungsfähig sein, könnte ein angebauter „Balkon“ in der Mitte der Engstelle zwischen Strandbad-Wehr und dem Abgang zum ehemaligen Minigolf-Platz für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Die Kosten dieser Auskragung werden auf rund 12.000,-- € geschätzt.

Im Zusammenhang mit der Klärung dieser Frage soll auch angesprochen werden, ob es nicht doch möglich wäre, eine fußläufige Verbindung vom Kinderspielplatz „Häberlesbrücke“ zum „Strandbadwehr“ direkt am Bach zu schaffen. Auch dies würde der Sicherheit der Fußgänger dienen. Allerdings hat die Gewässerdirektion vor geraumer Zeit schon angedeutet, dass man sich einen solchen Weg nicht vorstellen könne.

4. Neubau der Kaibachbrücke
- Vorstellung des Konzeptes durch Dipl.-Ing. Hermann Rothenhöfer

Bürgermeister Thomas Haas erinnerte die Gemeinderatsmitglieder daran, dass die Brücke über den Kaibach in Höhe der Tennisanlagen dringend saniert werden muss. Die entsprechenden Untersuchungen wurden von Dipl.-Ing. Hermann Rothenhöfer aus Karlsruhe durchgeführt, der in der Sitzung anwesend war.

Er erläuterte dem Gemeinderat, dass das Natursteingewölbe unter der Fahrbahn circa 1850 errichtet wurde und seinerzeit nicht für die heute erforderliche Lastaufnahme ausgerichtet war. Durch die ständige Belastung und das Eindringen von Tausalz seien die Fugen des Gewölbes ausgespült und teilweise schon Steine ausgebrochen, weshalb die Straßendecke abgesackt ist. Die Standsicherheit des Bauwerks ist massiv gefährdet, die Verkehrssicherheit sei nach den Untersuchungen des Fachbüros nicht mehr gewährleistet.

Dies bedeute in der Konsequenz, dass eine umgehende Erneuerung erforderlich ist und dringender Handlungsbedarf besteht. Selbst die Denkmalschutzbehörden haben einem Abbruch und dem Neubau zugestimmt, sodass man nunmehr an die Einleitung des Genehmigungsverfahrens gehen könnte.

Für den Neubau gibt es zwei alternative Möglichkeiten: Zum einen in Gewölbeform wie bisher, jedoch mit einem Wellstahlprofil, was rund 191.000,-- € kosten würde. Die zweite Möglichkeit wäre ein rechteckiger Stahlbetonrahmen, der rund 203.000,-- € erfordert.

Unterschiede gibt es vor allem auch in der Bauzeit, während der eine Vollsperrung der Schenkenzeller Straße erforderlich wird. Beim Bau des Betonrahmens stünde die Straße rund 12 Wochen nicht zur Verfügung, die Stahlvariante erfordert dagegen lediglich eine Sperrung von 15 Tagen. Als Umleitung kommt nur die Strecke über das „Hoffeld“ und die Öffnung der dortigen Schranke an der Hauptschule in Frage. Eine Fußgänger-Behelfsbrücke für die Zeit der Sperrung würde rund 12.000,-- € kosten, was vom Gemeinderat als unverhältnismäßig erachtet wurde.

In der Gemeinderatsdiskussion versicherte der Planer, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, die alte Brücke zu reparieren. Deren ursprüngliche Tragfähigkeit sei nicht mehr herstellbar, das Gesamtgefüge ist unwiderruflich zerstört.

Bedenken wegen Korrosion an dem Stahl-Gewölbe konnte Rothenhöfer zerstreuen. Nachweislich sei frühestens nach 30 Jahren ein erster Pflegeeingriff erforderlich.
Der Stahl werde bereits im Werk eloxiert und sei sehr dauerhaft, sodass mit einer Gesamtlebensdauer von mindestens 80 Jahren gerechnet werden dürfe. Eine Ausführung in Beton sei dagegen deutlich weniger langlebig.

Da die Brücke direkt über die Gemarkungsgrenze zu Schenkenzell führt, betrifft die Baumaßnahme die Nachbargemeinde in gleichem Maße. Vorbehaltlich deren Zustimmung beschloss der Schiltacher Gemeinderat schließlich einstimmig, die Brücke in der geschilderten Stahlvariante zu bauen und wegen der daraus resultierenden verkürzten Sperrzeit auf eine Fußgänger-Behelfsbrücke zu verzichten.

Die Gemeinde Schenkenzell wird sich in nächster Zeit ebenfalls mit dieser Thematik befassen und darüber beraten, weshalb noch abgewartet werden muss, wie sich der dortige Gemeinderat entscheidet.

5. Kindergartenplanung

Stadtkämmerer Gerhard Daniels erinnerte den Gemeinderat daran, dass die Gemeinden durch die Novellierung des Kindergartenrechts gefordert seien, jährlich eine Fortentwicklung der Kindergartenplanung durchzuführen.

Die Bedarfsermittlung für die kommenden Kindergartenjahre hat gezeigt, dass die Kinderzahlen erfreulicherweise wieder gestiegen sind. Der Geburtsjahrgang 2007/2008 weist 36 Kinder aus, im Vorjahr waren es noch 21.

Insgesamt halten die beiden kirchlichen Kindergärten 126 Kindergartenplätze vor. Die Waldorfgemeinschaft bietet weitere 15 an, wobei 10 davon auf Schiltacher Kinder entfallen.

Der Stadtkämmerer hatte den Gemeinderäten in einer Darstellung aufgezeigt, dass das Kindergartenangebot bei Berücksichtigung von vier Geburtsjahrgängen fast vollständig von den beiden kirchlichen Kindergärten abgedeckt werden kann. Hierbei wurde aber nicht berücksichtigt, dass für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren jeweils ein zahlenmäßiger Kindergartenplatz wegfällt. Die Erfahrung zeige aber auch, dass nicht alle Kinder sofort nach Vollendung des dritten Lebensjahres für den Kindergartenbesuch angemeldet werden.

Alles in allem könne man beruhigt sagen, dass in Schiltach eine ausreichende Zahl an Kindergartenplätzen vorgehalten wird, um den Bedarf der kommenden Jahre abzudecken.

Bürgermeister Thomas Haas gab zu bedenken, dass die Gruppenstärken in den Kindergärten wegen der unterschiedlichen Betreuungsformen reduziert wurden. Derzeit prüfe die Stadt darüber hinaus gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde, ob eine Gruppe als Kinderkrippe eingerichtet werden kann. Dieses Betreuungsangebot für Kinder unter zwei Jahren werde sicherlich in Zukunft stärker nachgefragt, weil sie es vor allem den Müttern ermöglicht, frühzeitig wieder in den Arbeitprozess einzusteigen. Denkbar wäre ein entsprechender Umbau des Kindergartens Zachäus, was noch näher untersucht und innerhalb der Kirchengemeinde diskutiert werden muss.

Die vorgelegte Kindergartenplanung wurde abschließend einstimmig akzeptiert.

6. Anfragen, Verschiedenes

Bei diesem Tagesordnungspunkt wurden verschiedene Bekanntgaben gemacht und Anfragen aus den Reihen des Gemeinderates beantwortet.

So berichtete Bürgermeister Thomas Haas darüber, dass man mit den Ortsbauern aus Schiltach und Schenkenzell sowie dem Gewerbeverein übereingekommen sei, künftig ein kleineres Organisations-Team für den Bauernmarkt einzurichten. Dieses soll ab dem kommenden Jahr über die Marktzulassungen befinden und auch organisatorisch klären, wo die jeweiligen Standorte sind. Man erhofft sich hierdurch einen „Wildwuchs“ zu vermeiden und dem Markt wieder mehr „bäuerliche“ Struktur zu geben. In diesem Zusammenhang wurde auch darüber berichtet, dass die Musikvereine um einen neuen Standort für die große Bühne gebeten haben, da man auf dem Marktplatz nur vor relativ wenigen Zuhörern spiele und der Markt quasi an ihnen vorbeilaufe. Denkbar wäre eventuell die Fläche auf dem Schiltach-Vorland, wo es allerdings Kollisionen mit dem Rahmenprogramm am „Engeleck“ geben könnte. Auch dieser Frage wird sich das neue Organisationsteam im neuen Jahr annehmen.

Da das Dach der Bühnenkonstruktion zwischenzeitlich undicht geworden ist, stelle sich außerdem die Frage, ob eine neue Plane beschafft werden soll, oder ob man künftig ganz auf das Dach verzichtet. Bei Regenwetter sei die trocken bleibende Restfläche der Bühne ohnehin zu gering für einen Musikverein, außerdem sei dann auch nicht mit Zuhörern zu rechnen. Das Stadtbauamt wurde letztendlich um Prüfung gebeten, ob es vielleicht eine einfache Möglichkeit gibt, die schadhafte Plane zu reparieren, um in Notfällen doch noch auf das Dach zurück greifen zu können.

Im Zusammenhang mit den Bekanntgaben wies Bürgermeister Thomas Haas zudem auf die Einführung einer Hausaufgaben- und Ferienbetreuung in der Hauptschule hin, was derzeit gemeinsam mit der Gemeinde Schenkenzell untersucht werde. Insbesondere die Betreuung von Grund- und Hauptschülern in den Schulferien sei ein Dauerthema, dem man gerecht werden sollte.

Man ist mit der Gemeinde Schenkenzell überein gekommen, dass die Organisation des neuen Betreuungsangebots von der dortigen Gemeindeverwaltung organisiert wird, die auch das Angebot für Schiltach mitbearbeitet.

Kontakt

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