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Gemeinderatssitzung vom 13. November 2007

Zu Beginn der Sitzung begrüßte Bürgermeister Thomas Haas neben dem Gemeinderat auch die Schiltacher Schülerinnen und Schüler der Klass 8c des Robert-Gerwig-Gymnasiums Hausach, die sich im Gemeinschaftskundeunterricht derzeit mit dem Thema „Gemeinde“ befassen.

1. Kurzbericht über das Ergebnis der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung

Bürgermeister Thomas Haas berichtete dem Gemeinderat aus der letzten öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzung und teilte mit, was seither hinsichtlich der gefassten Beschlüsse veranlasst worden ist.

2. Bausachen

Dem Gemeinderat lagen folgende Bauanträge vor:

a) Bauvoranfrage auf Errichtung eines Einfamilienhauses mit Photovoltaik-Anlage in Schiltach, Schenkenzeller Straße 104, Flst. 2194.

b) Bauantrag auf Neubau eines Carports mit Geräteraum in Schiltach, Schwaigwiese 7, Flst.728.

Nach Einsichtnahme der Planunterlagen und Erläuterung durch die Verwaltung wurde jeweils das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

3. Stadtwald Schiltach

a) Betriebswirtschaftliches Gutachten über den Stadtwald

Zu diesem Tagesordnungspunkt begrüßte Bürgermeister Thomas Haas Herrn Dr. Günter Schäfer von der Forstdirektion Freiburg, der dem Gemeinderat ein betriebswirtschaftliches Gutachten über den Stadtwald Schiltach vorstellte.

Er wies hierbei darauf hin, dass auf Wunsch der Stadt eine Betriebsanalyse durchgeführt wurde, in dem die Zahlen mit ähnlich gelagerten Forstbetrieben verglichen wurden.

Alle analysierten Jahre - außer dem „Nachsturmjahr 2000“ - konnten mit einem positiven Betriebsergebnis abgeschlossen werden. Im Mittel der Jahre blieben der Stadt Schiltach als Waldbesitzer 99,-- € pro Jahr und Hektar oder in absoluten Zahlen 25.000,-- € pro Jahr als Reinertrag.

Auf der Einnahmeseite waren überdurchschnittlich hohe Holzerlöse zu verzeichnen. Die Hauptgründe hierfür waren ein hohen Anteil an Stammholz beim Holzeinschlag sowie ein Holzvorrat mit überdurchschnittlich guten Qualitäten.

Auf der Ausgabenseite erwies sich das niedrige Kostenniveau in den Bereichen Walderneuerung, Waldschutz, Waldpflege und Walderschließung als sehr günstig. Negative Faktoren waren das nicht ausgeschöpfte Mechanisierungspotential und die hohen Kosten für die sog. „Mischwuchsregulierung“.

Für die Zukunft seien Rationalisierungsmöglichkeiten insbesondere noch bei den Holzerntekosten realisierbar durch Erhöhung der mechanisiert aufzuarbeitenden Holzmengen. Bei den anderen Kosten seien größere Einsparungen aufgrund des in den letzten Jahren erreichten günstigen Niveaus nicht mehr zu erwarten.

Im Blick auf die Erlöse lässt nach Einschätzung der Forstdirektion die positive Stimmung auf dem Holzmarkt mittelfristig mit guten Holzpreisen rechnen.

Als Fazit stellte Dr. Schäfer fest, dass Schiltach im Vergleich zu ähnlichen Forstbetrieben überdurchschnittlich gut abschneidet. Die Stadt soll in Zukunft an die relativ hohen Vorräte „herangehen“, bevor Qualitätseinbußen durch Käfer oder Sturm den zu erzielenden Preis beeinflussen. Das Betriebsergebnis lasse sich in Zukunft deutlich steigern, sodass durchaus Reinerträge in Höhe von über 50.000,-- € pro Jahr erwartet werden dürfen.

b) Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2008

Zu diesem Teil des Tagesordnungspunktes 3 begrüßte Bürgermeister Thomas Haas den Forstbezirksleiter Bernhard Reuter vom Landratsamt Rottweil (Forstamt). Dieser ging kurz auf die forstbetriebliche Situation in den Fortwirtschaftsjahren 2006 und 2007 ein, wobei das letzte Jahr durch die Auswirkungen des Orkans „Kyrill“ geprägt war. Alleine im Bereich des Landkreises Rottweil sind im öffentlichen Wald über 50.000 fm Sturmholz angefallen, was sich insgesamt auf den Holzpreis auswirkt. Der zunehmende Preisverfall im Hauptschadensgebiet in Nord- und Mitteldeutschland führte dazu, dass Holztransporte per Bahn, Schiff und LKW in immer weiter entfernt gelegene Regionen wirtschaftlich darstellbar waren. Dies führte ab Mai 2007 zu einer rasch zunehmenden Übersättigung des Rundholz- und in der Folge auch des Schnittholzmarktes in unserer Region. Die hiesigen Waldbesitzer versuchten vor der nun einsetzenden Holzschwemme noch möglichst viel Sturmholz am Markt unterzubringen.

Hinzu kam in ganz Deutschland eine starke Abschwächung der Bautätigkeit im Ein- und Zweifamilienhausbau. Während die Bereiche Industrie- und Tiefbau in Deutschland für eine anhaltend lebhafte Baukonjunktur sorgen, hat sich der Wohnungsbau mittlerweile von der allgemein positiven Bauentwicklung nahezu vollständig abgekoppelt.

Insgesamt gesehen könne man aber auch mit dem Jahr 2007 zufrieden sein. Die Rahmenbedingungen für die Forstbetriebe haben sich in diesem Jahr trotz des Orkans „Kyrill“ spürbar stabilisiert.

In seinen Ausführungen zum Forstwirtschaftsjahr 2008 wies Reuter darauf hin, dass sich die Situation auf den wichtigen Absatzmärkten z. Zt. relativ schwierig darstelle. Sowohl auf den Innen- als auch auf den Exportmärkten sind die Schnittholzpreise nach wie vor unter Druck. Dies gelte auch für den Restholzmarkt. Die Rahmenbedingungen für die Sägeindustrie haben sich somit im laufenden Jahr tendenziell verschlechtert.

Allerdings hoffe man, dass die Belebung der Baukonjunktur weiter anhält und sich die Waldschutzsituation weiter stabilisiert. Die Überwachung und Bekämpfung von Schädlingen bleibt auch 2008 eine vorrangige Aufgabe. Insgesamt sei die Erwartungshaltung der Forstverwaltung optimistisch. Es bestehe die berechtigte Hoffnung, dass sich die sog. „zufälligen Nutzungen“ durch Sturm und Borkenkäfer im kommenden Jahr in Grenzen halten werden und der wirtschaftliche Aufschwung weiter anhält. Das errechnete Betriebsergebnis des Forstbetriebs der Stadt Schiltach kommt somit im Jahr 2008 auf ein positives Ergebnis von rd. 30.000,-- €.

Forstrevierleiter Helmut Dold teilte dem Gemeinderat abschließend mit, in welchen Bereichen im kommenden Jahr Holzeinschläge vorgesehen sind und wo Schleifwege gebaut werden.

Nach der sich anschließenden Diskussion stimmte der Gemeinderat dem Bewirtschaftungsplan für das Jahr 2008 einstimmig zu und bedankte sich bei den Vertretern der Forstverwaltung für die gute Zusammenarbeit und die ausführlichen Erläuterungen.

4. Anfragen, Verschiedenes

Bei diesem Tagesordnungspunkt wurden verschiedene Bekanntgaben gemacht und Anfragen aus dem Gemeinderat beantwortet.

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